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25. Dezember 2025Öffentliche Erwartungen und innere Stärke: Neue Wege für einen gesunden Umgang im Sport
Im modernen Leistungssport gehören nicht nur körperliche Höchstleistungen, sondern auch medialer Druck und öffentliche Erwartungen zum Alltag. Athlet:innen werden zu Marken, Projektionsflächen und Vorbildern und geraten oft zwischen sportlicher Leistung, öffentlicher Wahrnehmung und persönlicher Belastung.
Ein prägnantes Beispiel ist Naomi Osaka. Die vierfache Grand-Slam-Siegerin zeigt, wie eng sportlicher Erfolg und mentale Gesundheit miteinander verbunden sind. Mit ihrem Rückzug von den French Open 2021 machte sie deutlich, dass es manchmal wichtiger ist, sich selbst zu schützen, als Erwartungen von außen zu erfüllen. Ihre Botschaft: Wahre Stärke bedeutet, sich selbst treu zu bleiben und eigene Grenzen zu setzen, auch wenn Millionen zuschauen.
Im November haben wir bei SpoMind – Stärke beginnt im Kopf – genau daran angeknüpft: Wie können Athlet:innen, Nachwuchssportler:innen und Trainer:innen Leistungsdruck konstruktiv gestalten?
Wasserballprofi Sascha Wolf zeigte, wie Druck zur Bühne wird, wenn man lernt, ihn in Energie und Spielfreude umzuwandeln. Paralympics-Schwimmer Josia Topf machte deutlich, dass Motivation der entscheidende Gegenpol zu Druck ist und dass Erfolg immer wieder neu beginnt. Und in unserer Folge zu alltäglichem Leistungsdruck sprachen wir darüber, wie Erwartungen, Selbstkritik und Stress bewusst reguliert werden können.
Die Botschaft ist klar: Mentale Stärke entsteht, wenn wir Druck verstehen, einordnen und selbstbestimmt damit umgehen, ob im Spitzensport, im Verein oder im Alltag.
Öffentliche Erwartungen und innere Stärke: Neue Wege für einen gesunden Umgang im Sport
Leistungsdruck ist ein ständiger Begleiter im Sport und nicht nur dort. Er begegnet uns in der Schule, im Studium, im Beruf und sogar im privaten Alltag. Oft entsteht er schleichend: durch Erwartungen, durch Vergleiche, durch den Wunsch, alles richtig zu machen oder immer ein wenig besser zu sein. Im November widmet sich SpoMind daher einem Thema, das im Kern mit unserer Arbeit verbunden ist: Wie gelingt es, Druck in Motivation zu verwandeln und mentale Stärke aufzubauen, statt an Erwartungen zu zerbrechen?
Unsere drei aktuellen Podcastfolgen beleuchten diesen Weg aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln: aus der Perspektive eines Profiathleten, eines Parasportlers und aus der psychologischen Sicht auf alltäglichen Leistungsdruck.
Wenn Druck zur Bühne wird – Folge 109 mit Wasserballprofi Sascha Wolf
Den Auftakt macht Wasserballspieler Sascha Wolf, der den Leistungsdruck schon früh in seiner sportlichen Laufbahn kennengelernt hat. Mit 16 Jahren spielte er bereits Bundesliga und stand für die deutsche Nationalmannschaft im Becken, eine Situation, in der Erwartungen und Aufmerksamkeit von außen plötzlich enorm steigen. Saschas Weg zeigt eindrucksvoll, dass Druck im Sport nicht nur Herausforderung, sondern auch Lernfeld ist.
Der Übergang vom Einzelsport Schwimmen zum Mannschaftssport Wasserball brachte für ihn vollkommen neue mentale Anforderungen mit sich: Plötzlich war er nicht mehr allein verantwortlich, sondern eingebettet in Teamdynamiken, Konkurrenzsituationen und körperlich überlegene Gegenspieler. Gerade in den hitzigen Arenen seines Heimatvereins SVV Plauen, in denen die Atmosphäre oft zum „Hexenkessel“ wird, lernte er, mit dieser Energie umzugehen, statt sich davon überrollen zu lassen.
Die Corona-Pandemie stellte ihn später vor eine weitere große mentale Prüfung. Ein Teamsportler, der plötzlich allein trainieren muss, ohne Wettkampf, ohne Team, ohne direkte Rückmeldung. Doch auch diese Phase nutzte Sascha, um seine mentale Widerstandskraft weiterzuentwickeln. Eine seiner wichtigsten Erkenntnisse fasst er in einem Satz zusammen, der sich wie ein roter Faden durch die Folge zieht:
„Wenn man immer alles gibt und mit vollem Herzen dabei ist, nehmen einem weder Fans noch Trainer:innen und auch man selbst – Fehler oder Rückschläge übel.“
Dieser Grundsatz zeigt, dass Druck dann entschärft wird, wenn der Fokus wieder auf dem Wesentlichen liegt: dem eigenen Einsatz, der eigenen Haltung und dem Spaß am Sport.
Leistung neu denken – Folge 110 mit Parasportler Josia Topf
Auch Paralympics-Schwimmer Josia Topf kennt das Thema Leistungsdruck, allerdings mit ganz eigenen Facetten, die im Parasport eine besondere Rolle spielen. Josia entdeckte bereits im Alter von sechs Jahren seine Leidenschaft fürs Wasser. Für ihn ist Schwimmen Freiheit, Raum, Leichtigkeit. Doch mit wachsendem Erfolg stieg auch der Druck, den er sich selbst auferlegte, und besonders nach seiner aus seiner Sicht enttäuschenden Teilnahme an den Paralympics in Tokio 2021 begann er, sich intensiver mit seiner mentalen Stärke und seinem Umgang mit Erwartungen auseinanderzusetzen.
Josia macht deutlich, dass Leistung nie nur körperlich entsteht. Technik, Training und Talent sind wichtig, doch ohne mentale Klarheit verlieren sie ihre Wirkung. Er beschreibt offen, wie Selbstzweifel, Ehrgeiz und Perfektionsanspruch sich gegenseitig beeinflussen und warum Dankbarkeit und Demut für ihn längst zu festen Bestandteilen seiner täglichen Routine geworden sind.
Seine Botschaft ist klar:
Erfolg beginnt jeden Tag von vorne und Motivation entsteht aus dem, was uns wirklich antreibt, nicht aus äußeren Erwartungen.
Mit dieser Haltung gelingt es Josia, Druck nicht als Gegner, sondern als Begleiter zu sehen, als etwas, das man formen, kanalisieren und für sich nutzen kann. Gleichzeitig wirft er einen ehrlichen Blick auf Strukturen im Parasport, die er kritisch hinterfragt. Gerade diese Offenheit macht die Folge zu einem besonderen Einblick in den mentalen Alltag eines Spitzensportlers.
Leistungsdruck im Alltag – Folge 111: Strategien für mehr innere Stärke
Während Sascha und Josia zeigen, wie Leistungssportler mit Druck umgehen, richtet sich Folge 111 an alle Menschen, die Leistungsdruck im Alltag erleben, im Job, im Studium oder im privaten Umfeld. Hier stehen psychologische Strategien im Vordergrund, die helfen, Druck bewusst wahrzunehmen und seine Dynamik zu verstehen.
Leistungsdruck entsteht oft dann, wenn wir uns selbst überfordern, wenn wir nicht mehr zwischen Motivation und Selbstkritik unterscheiden können, oder wenn äußere Erwartungen größer werden als unser Selbstvertrauen. In dieser Folge beleuchten wir, wie wichtig Achtsamkeit, Selbstfreundlichkeit und realistische Zielsetzung sind, um diesen Druck besser zu regulieren.
Ein zentraler Gedanke zieht sich durch das Gespräch:
Nur wenn wir mit uns selbst wertschätzend umgehen, können wir Leistungsdruck gesund begegnen – im Sport ebenso wie im Alltag.
Wir sprechen darüber, wie man eigene Grenzen erkennt, was Warnsignale auslösend erhöhten Stress verraten und wie man es schafft, sich selbst nicht zum Gegner zu werden. Leistungsdruck muss nicht zerstören, richtig eingeordnet kann er sogar Antrieb sein.
Mentale Stärke statt Leistungsdruck – Was wir aus allen drei Folgen mitnehmen können
Die drei Podcastgespräche zeigen eindrucksvoll, dass Druck nicht per se negativ ist. Es kommt darauf an, wie wir ihm begegnen und welche Strukturen uns dabei unterstützen.
Ob in der intensiven Atmosphäre eines Wasserballspiels, auf der großen Bühne des Parasports oder im täglichen Berufs- und Alltagsstress:
Druck wird dann weniger bedrohlich, wenn wir lernen, ihn einzuordnen, mit ihm zu arbeiten und uns selbst nicht aus dem Blick zu verlieren.
Mentale Stärke bedeutet dabei nicht, niemals zu zweifeln. Sie bedeutet, Zweifel auszuhalten, Gefühle ernst zu nehmen und trotzdem den eigenen Weg weiterzugehen. Achtsamkeit, Selbstreflexion und ein unterstützendes Umfeld sind dabei zentrale Bausteine.
👉 Unsere Empfehlung: Hör in die drei Folgen rein und entdecke, wie unterschiedliche Menschen ihren Umgang mit Leistungsdruck gestalten und wie du selbst daraus Impulse für deinen Alltag mitnehmen kannst.
Nimm gerne Kontakt mit uns auf und schreib uns eine Nachricht über das Kontaktformular.
Wenn Druck zur Bühne wird: Spaß statt Stress im Wettkampf
Wenn man immer alles gibt und mit vollem Herzen dabei ist, nehmen einem weder Fans noch Trainer:innen – und auch man selbst – Fehler oder Rückschläge übel.“
Leistungsdruck? Motivation ist die Antwort! – Parasportler Josia Topf
Klar, dass in einer solchen Karriere auch das Thema Leistungsdruck eine große Rolle spielt. Wie wir im Gespräch erfahren, zeigt sich dieser Druck im Parasport noch einmal auf ganz besondere Weise.




